Der Petersplatz in Rom
Der Petersplatz (Piazza San Pietro) ist Teil der Vatikanstadt. Er wurde um 1657 vor dem Petersdom angelegt. Der Platz hat eine elliptische Form und wird von Kolonaden dorischer Säulen umrahmt. Die Kolonnaden sollen die Gläubigen auf dem Platz in ihre Arme nehmen. Auf der Brüstung stehen 140 Heiligenstatuen.

Steckbrief Petersplatz
- Architekt & Bauzeit: Gian Lorenzo Bernini, 1656–1667
- Kolonnaden: 284 Säulen in vier Reihen, oben 140 Heiligenstatuen
- Form: Ellipse mit zwei halbkreisförmigen Säulengängen ("umarmende Arme")
- Obelisk: ca. 40 m hoch (mit Sockel/Kreuz), aus Ägypten, unbeschriftet
- Papstaudienz: Meist mittwochs vormittags (begrenzte Plätze)
Ein besonderer Platz
Übrigens, die Rückseite (dem Platz abgewandte Seite) der Säulengänge bildet die Grenze der Vatikanstadt. Die Straße dahinter gehört bereits zu Italien.
Mitten auf dem Petersplatz steht der Obelisk Vaticano. Der ägyptische Obelisk ist 25 Meter hoch und nicht beschriftet. Er stand zuvor im Circus des Nero und wird auf das 13. Jhd. V. Chr. datiert. Die zwei Brunnen auf der linken und rechten Seite wurden von Maderno und Bernini entworfen.
Zwischen dem Petersdom und dem (runden) Petersplatz liegt die trapezförmige Piazza Retta. Sie wurde angelegt, um die Fassade der Basilika optisch etwas weiter weg erscheinen zu lassen. Der Boden des Platzes senkt sich zur Mitte hin. So kann eine große Menschenmenge überschaut werden. Aber meistens ist das Ensemble der beiden Plätze gemeint, wenn jemand vom "Petersplatz" spricht.

Jeden Mittwochvormittag findet auf dem Platz die Generalaudienz des Papstes statt. Auf vier Videowänden können die Menschenmengen die Audienzen und andere große Ereignisse verfolgen.
Es passen etwa insgesamt 60.000 Menschen auf den Petersplatz, erweitert man die Fläche um Platz Pio XII sowie die Via di Conciliazone bis zur Engelsburg, dann sind es sogar etwa 300.000 Menschen.
Besuch: Den Petersplatz richtig erleben
- Beste Lichtstimmungen: Ganz klar bei Sonnenaufgang (leer, weiches Licht auf der Kuppel) und in der blauen Stunde (angestrahlte Fassade).
- Hitze & Schatten: Im Sommer ist es in der Mitte des Platzes wahnsinnig heiß, Schatten gibt es unter den Kolonnaden. Wasser nicht vergessen (Flasche an Nasoni-Trinkbrunnen auffüllen)!
- Weiter zum Petersdom: Es gibt Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Dresscode: Schultern und Knie bedecken, sonst darf man nicht hinein. Nachmittags oft kürzere Wartezeiten.
- Aussichts-Tipp: Von der Kuppel des Petersdoms blickt man perfekt auf Ellipse, Obelisk und Brunnen.

Den Papst sehen? Papstaudienz
- Die Generalaudienz findet meist mittwochs vormittags auf dem Platz statt. Tickets sind kostenlos und können hier online angefragt werden. Alternativ gibt es die Papstaudienz mit einem Guide*,
Wie so oft in Rom: Früh da sein lohnt sich. - Angelus sonntags 12 Uhr vom Fenster des Apostolischen Palastes. Einfach auf den Platz kommen, Tickets braucht man keine.
- Schlechtes Wetter: Die Audienz kann in die Audienzhalle verlegt werden (dann gibt es weniger Plätze).
Geheimnisse und Details, die man leicht übersieht
Das Besondere am Petersplatz sind die Details, die man so leicht übersehen kann:
- Die optische Täuschung der Kolonnaden: Es gibt zwei runde weiße Marmorplatten auf der Piazza San Pietro: Sie sind die Brennpunkte der Ellipse (Centro del Colonnato). Wenn man sich genau darauf stellt, erscheinen die vier Säulenreihen wie eine einzige.
- An der Grenze: Direkt hinter den Kolonnaden beginnt bereits Italien: Die Straßen wie die Via Paolo IV sind also in einem anderen Land. Perfekt für ein Foto/ Selfie an der Staatsgrenze.
- Obelisk-Mythos: In der Spitze sitzt ein Kreuz; der Sockel erzählt die aufwendige Versetzung des Obelisken in der Renaissance – ein logistisches Wunder seiner Zeit.
- Der Obelisk ist eine Sonnenuhr: Als Schattenzeiger zeigt er die Zeit auf dem Pflaster an.
- Der Meridian: Die Linie aus Granit verläuft vom Obelisken in Richtung Apostolischer Palast und zeigt das wahre (solare) Mittags-Maximum.
Tipp: Kurz vor dem mittags-Sonnenstand (weicht etwas von 12 Uhr ab) an der Granitlinie schauen, wie der Schatten der Obeliken-Spitze über sie wandert. - Gedenkstein 1981: Ein Gedenkstein aus weißem Marmor erinnert an der nordwestlichen Seite des Petersplatzes an das Attentat auf Papst Johannes Paul II von 1981.

Geschichte einer geplanten Überraschung
Einige Jahre nach Fertigstellung des Petersdoms beauftragte man 1656 den Architekten Gian Lorenzo Bernini mit Bau und Gestaltung des Petersplatzes. Der Platz selber mit den beiden seitlichen Säulengängen wurde realisiert. Der dritte (geplante) Arm des Säulengangs, der den Platz verschließen sollte, wurde jedoch nie gebaut. Die Idee von Bernini war seinerzeit: Wenn die Gläubigen aus dem engen Borgo-Viertel auf den Platz treten, sollten sie erst in diesem Moment den weiten Raum und den prachtvollen Petersdom sehen.
Es ist fast ein bisschen ironisch, dass dieser Effekt komplett vernichtet wurde, als man 1950 unter der Regentschaft Mussolinis die Via della Conciliazione anlegte: Denn die breite Straße schuf schon von Weitem eine große Sichtachse auf den Petersdom und seine Kuppel.
Touren und Tickets
Den Petersplatz (und den Petersdom bzw. Vatikan) kann man mit Guide erleben, dann sind alle Tickets auch schon organisiert: Touren und mehr Infos hier*
Hinkommen
Öffentlicher Nahverkehr: Metro: Ottaviano (MEA) und 10 min Fußweg (über die Via della Conciliazione)
Adresse: Piazza San Pietro, 00120 Città del Vaticano


